Remarque
am MarktAm
19. Juni 1998 wurde im Rahmen des »Remarque-Jahres 1997/98« in Anwesenheit
regionaler und überregionaler Prominenz im Friedenssaal des historischen
Rathauses von Osnabrück das neue Erich Maria Remarque-Friedenszentrum am Markt
förmlich eröffnet.
Im Mittelpunkt der durchgängig
zweisprachigen Ausstellung (deutsch/englisch) stehen die Biographie Remarques
und das literarische Werk des Autors. In sieben Abschnitten zur Jugend in
Osnabrück (1898–1921), den Hannoveraner und Berliner Jahren (1922–1928), zur
Diskussion um Im Westen nichts Neues (1928–1930), dem Exil in Europa
(1931–1939) und den USA (1939–1948), dem politischen Werk der 50er Jahre sowie
zu den 60er Jahren bis zum Tod am 25. September 1970 in Locarno versucht die
Ausstellung, die Brüche, Widersprüche und Kontroversen im Leben Remarques zu
verdeutlichen und ihre Produktivität für das Werk hervorzuheben. Die
zahlreichen auch psychischen Konflikte Remarques werden veranschaulicht und so
versucht, den scheinbaren Widerspruch zwischen dem »Lebemann« und dem
»militanten Pazifisten« aufzulösen sowie einen Einblick in seine
Bekanntschaften, Freundschaften und Ehen zu geben. Zahlreiche Dokumente und
Photographien werden dabei erstmals öffentlich gezeigt.
Einen
weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bildet die weltweite, zumeist sehr
kontroverse Rezeption der Werke Remarques, die in mindestens 60 Sprachen
übersetzt wurden und bis heute weltweit ein Millionenpublikum finden.
Über einen Informationsterminal wird den
Besucherinnen und Besuchern die Gelegenheit gegeben, sich vertiefend über
einzelne Fragestellungen zu Leben und Werk zu informieren. Ein weiterer
Terminal bietet den Zugriff auf mehr als 2.000 Photographien zu allen
Lebensabschnitten Remarques, zu den Lebensorten und Kontaktpersonen sowie zu
den Verfilmungen seiner Werke.
Die
interessante Ausstellung kann dienstags bis freitags von 10 - 13 Uhr und von 15
- 17 Uhr, samstags und sonntags von 11 - 17 Uhr kostenlos besucht werden.
Führungen für Schulklassen und sonstige Interessengruppen werden auf Wunsch
auch außerhalb der allgemeinen Öffnungszeitungen durchgeführt. Führungen können
bei Herrn Martin
Siemsen unter Telefon 0541/323-2109 oder
Fax 0541/323-4355 angemeldet werden. An einem Bücherstand stehen Materialien zu
Remarques Leben und Werk zum Verkauf.
Neben der ständigen Ausstellung zu Leben
und Werk Remarques werden im Foyer des Remarque-Zentrums wechselnde
Sonderausstellungen zum Themenbereich Krieg und Kultur präsentiert. Das
bisherige Ausstellungsprogramm:
2012
Lagerbordelle. Sex-Zwangsarbeit
in NS-Konzentrationslagern
(27. Januar bis 22. April 2012)
2011
Grensgevallen – Grenzfälle. Vluchtelingen/Flüchtlinge
1933–1940
(11. November 2011 bis 22. Januar 2012)
Hiroshima – Nagasaki 1945
(1. September bis 6. November 2011)
Es begann mit einem Brief. 50
Jahre Amnesty International
(29. Mai bis 25. August 2011)
Von der Sachsenburg nach
Sachsenhausen. Bilder aus dem Fotoalbum eines KZ-Kommandanten
(31. März bis 22. Mai 2011)
Die Nakba.
Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948
(10. Februar bis 27. März 2011)
2010
Architektur in Palästina
1918–1948 – Deutschsprachige jüdische Architekten beim Aufbau Eretz Israel
(18. November 2010 bis 4. Februar 2011)
Endzeit Europa – Ein
kollektives Tagebuch französischer und deutscher Schriftsteller 1914–1918
(19. August bis 14. November 2010)
Die Dritte Welt im Zweiten
Weltkrieg
(8. Mai bis 15. August 2010)
Hunde im Krieg – Hunde als
Waffe
(27. Januar bis 2. Mai 2010)
2009
Jüdische Häftlinge im KZ
Sachsenhausen 1936–1945
(15. Oktober 2009 bis 20. Januar 2010)
Bilderschlachten. 2000 Jahre
Nachrichten aus dem Krieg. Technik – Medien – Kunst
(22. April bis 4. Oktober 2009)
Robert Schneider – Verdun. 40
Kohlezeichnungen
(5. Februar bis 13. April 2009)
2008
Nein zu Hitler!
Sozialdemokratie und Freie Gewerkschaften in Verfolgung, Widerstand und Exil
1933–1945
(14. November 2008 bis 1. Februar 2009)
Wolfgang Koeppen – Im Labyrinth des
Schreibens
(11. September bis 10. November 2008)
Robert Capa – Images of War
(19.
Juni bis 6. September 2008)
Pacific Palisades
– Wege deutschsprachiger Schriftsteller ins kalifornische Exil 1932–1941
(25. April bis 15. Juni 2008)
»Unsere Bücher sind also
verbrannt« – 75 Jahre Bücherverbrennung 10. Mai 1933
Plakatausstellung der GTA Berufsschulzentrum am Westerberg
(3. bis 20. April 2008)
Maria Feldkamp – Innere Spuren
der Menschheitsgeschichte
(27. Januar bis 30. März 2008)
2007
Goya
– Los Desastres de la Guerra
(27. September 2007 bis 20. Januar
2008)
Erinnert Namibia! Mission,
Kolonialismus und Freiheitskampf
(21. Juni bis 23. September 2007)
Pablo Picasso Guernica – eine museumsdidaktische Ausstellung
(15. März bis 17. Juni 2007)
2006
Heinz Liepman
– Schriftsteller, Journalist, Emigrant, Remigrant
(30. November 2006 bis 11. März 2007)
Frieden braucht Fachleute.
Alternativen zur Gewalt
(23. September bis 26. November 2006
»... und wir hörten auf, Mensch zu sein.« Der
Weg nach Auschwitz im Spiegel der Sammlung Wolfgang Haney
(22. Juni bis 10. September 2006)
Christoph Meckel: »Allgemeine Erklärung
der Menschenrechte« und »Die Rechte des Kindes«
(27. Januar bis 25. April 2006)
2005
Tomi
Ungerer: Zeichnungen zu Krieg und Holocaust
(20. Oktober 2005 bis 9. Januar 2006)
Juden in Polen
(25. August bis 10. Oktober 2005)
Palästina. Alltag unter Besatzung
(9. Juni bis 20. August 2005)
»LOST – Frauen im Krieg«. Bilder
von Ingrid Hendel
(14. April bis 5. Juni 2005)
Kurt Gerstein –
Widerstand in SS-Uniform
(30. Januar bis 10. April 2005)
2004
»Ich habe es gesehen«. Ernst Barlach und
die Künstlerflugblätter im Ersten Weltkrieg
(5. November 2004 bis 6. Januar 2005)
Línea de Horizonte. Spanische
Künstler zur Flüchtlingsproblematik in Südspanien
(12. September bis 31. Oktober 2004)
»Lieb Vaterland magst ruhig sein, wir
schlagen alles kurz und klein«.
Der Erste Weltkrieg im Spiegel zeitgenössischer Bildpostkarten aus der Sammlung
Sabine Giesbrecht
(17. Juni bis 6. September 2004)
A. Paul Weber: Widerstand und
Entscheidung. Politische Lithographien von 1928 – 1934
(22. April bis 6. Juni 2004)
Spuren suchen – Zeichen setzen. Gedenkstättenarbeit
in Niedersachsen
(27. Januar bis 12. April 2004)
2003
Lebensunwert – zerstörte Leben.
»Euthanasie« im Nationalsozialismus
(25. November 2003 bis Januar 2004)
Die Weiße Rose. Studentischer Widerstand
gegen den Nationalsozialismus
(27. Oktober bis November 2003)
Hans Calmeyer
und die Judenrettung in den Niederlanden
(23. Juni bis Oktober 2003)
»Guerra y
Pa...«. Photos
und Videoinstallationen von Juan Manuel Echavarría
(24. April bis Juni 2003)
Auschwitz-Birkenau
(27. Januar bis April 2003)
2002
Geschundene Körper – Zerrissene Seelen.
Fotoausstellung zu Menschenrechtsverletzungen an Frauen
(7. November 2002 bis 10. Januar 2003)
Schwarzer Tod und Amikäfer.
Biologische Waffen und ihre Geschichte
(8. August bis 30. Oktober 2002)
Friedensengel und Frontschwester.
Kriegskrankenpflege im Ersten und Zweiten Weltkrieg
(18. April bis 30. Juli 2002)
Die Anwesenheit der Abwesenden. Bilder,
Zeichnungen, Lichtarbeiten von Renate Hansen
(27. Januar bis 30. März 2002)
2001
Khalil. Gemälde
(2. November 2001 bis 15. Januar 2002)
»Worte in Holz«. Holzfiguren von Silvia
di Natale
(14. September bis 20. Oktober 2001)
Otto Dix. Der Krieg
(18. Mai bis 30. Juni 2001)
»Ich hab den Krieg gezeichnet«.
Kinderzeichnungen aus Konfliktgebieten
(9. März bis 26. April 2001)
»Haymatloz«.
Exil in der Türkei 1933–1945
(12. Januar bis 23. Februar 2001)
2000
– überall wo der Krieg zuhaus ist –
Skulpturen, Grafiken und Videoinstallation von Gertrud M. Krueger
(15. Oktober 2000 bis 3. Januar 2001)
»Der schwarze Obelisk. Geschichte einer
verspäteten Jugend«. Buchillustrationen und zeichnerische Reflexionen zu Erich
Maria Remarque von Marion Rennemann
(6. Juli bis 17. September 2000)
»Kunst: Kurdisch-türkischer Dialog«.
Skulpturen und digitale Druckgrafik von Saud Ahmad und Tevfik Goektepe
(5. Mai bis 24. Juni 2000)
»zwischen die Welten«. von Manfred Blieffert Radierungen zu Paul Celans Gedichtzyklus Eingedunkelt
(27. Januar bis Mitte April 2000)
Die
vom Erich Maria Remarque-Archiv erarbeiteten sieben Sonderausstellungen zu
Leben und Werk des Autors wurden als Wanderausstellungen konzipiert. Mit großem
Erfolg wurde z.B. die Ausstellung Der Weg
zurück in München, Bogotà, Bratislava, Haarlem
und Prag präsentiert. Seit 2010 ist die neue Wanderausstellung Erich Maria Remarque. Militanter Pazifist
verfügbar.
Ausstellungsort:
Erich Maria Remarque-Friedenzentrum am Markt, Markt 6, 49074 Osnabrück – Tel.:
0541/323-2109; 969-2448 - Fax: 0541/323-4355
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 10-13 Uhr und 15-17 Uhr, Samstag und Sonntag 11-17 Uhr